Broschüre zum Orient meets Occident Projekt 2014

Orient meets Occident 2014

Der Schwerpunkt der Arbeit der Stiftung podium junger musiker lag im Jahr 2014 auf dem Projekt „Orient meets Occident“ in Tunesien. Gemeinsam mit dem vom Deutschen Musikrat getragenen Bundesjugendorchester, einem Solistenquartett der Stiftung und einem Chor, zusammengestellt aus tunesischen und deutschen Studierenden, konnten verschiedene sinfonische und a capella-Konzerte in Tunesien realisiert werden. Ein Höhepunkt war das Konzert am 6. August 2014 im römischen Amphitheater von El Jem mit Beethovens „Ode an die Freude“, dem 4. Satz aus der Sinfonie Nr. 9. Im stimmungsvoll illuminierten historischen Rund des ehemaligen Colosseums begeisterten die 150 junge Musikerinnen und Musiker aus Orchester, Chor und den jungen Gesangssolisten ca. 3000 Zuschauer sowie weitere ungezählte tunesische Musikfreunde, die das Konzert live im tunesischen Staatsfernsehen verfolgen konnten.

Beim sich anschließenden Workshop unter Leitung des international renommierten Spezialisten für die mozarabische Musik Dr. Vladimir Ivanoff nahmen dann alle jungen Sängerinnen und Sänger teil. Das gemeinsam mit dem syrischen Musiker Rebal al Khoudary und dem Chorleiter Christoph Büscher (Spjm) erarbeitete Programm wurde dann ebenfalls mit großem Erfolg am 10. August 2014 in El Jem aufgeführt.

Mit einem Klick auf nebenstehendes Bild können Sie eine Dokumentation öffnen, die wir über Vorbereitung und Durchführung dieses besonderen Musikprojektes erstellt haben. Diese Dokumentation kann auch in Druckform bezogen werden durch Überweisung von € 10,00 auf das Konto der Stiftung (Sparkasse Tauberfranken Konto 44 44 22, BLZ 673 525 65) unter Angabe der Postadresse, an die die Broschüre versandt werden soll.

Die Projektplanung:

Orient meets Occident 2014 mit dem Bundesjugendorchester in Tunesien

Seit 2002 laden wir unsere Stipendiaten auch zu jährlichen Workshops auf internationaler Ebene ein: gemeinsam mit jungen Musikern/innen aus Libanon, Syrien, Irak, Jordanien, Palästina, Ägypten, Tunesien, Marokko, Dubai und Oman wurden in den vergangenen Jahren Konzerte erarbeitet, deren Programme sowohl westliche wie auch arabische Musikkultur beinhalteten. Begleitende Vorträge über Themen, die das Verständnis für die arabische Welt vertiefen sollen, fördern das gegenseitige Kennenlernen von jungen Menschen aus Orient und Okzident.

Anschließend wurden diese Konzerte in Aleppo, Amman, Beirut, Kairo, Damaskus und Tripolis aufgeführt. Die Konzertreisen bieten die zusätzliche Gelegenheit, weitere Einblicke in die andere Musikkultur zu gewinnen, die fremden Lebensbedingungen authentisch kennenzulernen und Freundschaften zu vertiefen.

Teil 1 : 03. - 06. August 2014

Einstudierung des tunesisch-deutschen Chores und der Gesang-Solisten für eine Aufführung der „Ode an die Freude“ mit dem Bundesjugendorchester am 6. August im Colosseum von El Jem.

Der Wettbewerb für die Gesang-Solisten ist abgeschlossen.

Die Bedingungen für eine Teilnahme als Chormitglied werden im April 2014 veröffentlicht.

Teil 2 : 07 - 11. August „Orient meets Occident“

Der diesjährige Workshop „Orient meets Occident“ wird die Mitglieder des Beethoven-Chores aus Deutschland und Tunesien zusammenführen und anschliessend ein Vokal-Konzert anbieten:

weltweit zum ersten Mal mit reinem A capella - Inhalt. 

Ziele sind: 

  • eine Einführung in die Grundlagen von bzw. die Vertiefung von Erfahrungen in die klassische und traditionelle Vokalmusik der arabischen Welt und insbesondere Tunesiens. 
  • die Vermittlung eines grundlegenden historischen, kulturellen und praktisch-musikalischen Einblicks in die musikalischen Beziehungen zwischen Orient und Okzident. 
  • grundlegende Sensibilität für kulturelle Identitäten und die Schärfung des Selbstbildes, in der Musik und darüber hinaus. 
  • Vertiefung des Bewusstseins für und der Kompetenz in interkultureller Kommunikation, in der musikalischen Arbeit und im Alltag. 
  • Erfahrungen in der musikpraktischen Kommunikation zwischen unterschiedlichen Musikkulturen sowie zwischen eigenständigen musikalischen Stilen. 

Repertoire für das gemeinsame Singen:

  • Lieder aus Al-Andalus, dem arabischen Spanien, dem arabisch-normannischen Sizilien, aus dem 12.-14. Jahrhundert, in Arabisch, Latein, Spanisch u. Italienisch: als Beispiele der historisch gegebenen kulturellen Gemeinsamkeiten der arabischen Welt mit Europa. 
  • Deutsche Volkslieder und traditionelle tunesische Lieder, in ursprünglicher Form und modernen Arrangements, als Übungen in „mündlicher Überlieferung“.
  • Choräle und Arien von J.S. Bach, in Deutsch und Arabisch, um die Überblendung stilistischer und spiritueller Welten zu üben. 

Workshop

Der Workshop wird den TeilnehmerInnen aus Deutschland und Tunesien, ganz aus dem Musizieren entspringend, aber weit darüber hinaus gehend, Einsichten in die ursprüngliche musikalische und kulturelle Verbundenheit der arabischen Welt mit Europa geben. Vielleicht wird auch, neben den zwischenmenschlichen Beziehungen, eine neue kulturelle Einheit gefördert, die nationale und kulturelle Grenzen überbrückt:

eine Grundvoraussetzung für eine neue arabische Welt und die Achtsamkeit des Westens für eine solche Entwicklung.

Der Workshop wird von 2 deutschen und 2 tunesischen Dozenten betreut und von unserem langjährigen künstlerischen Leiter des Projektes „Orient meets Occident“ verantwortet. Seine Erfahrung, die er als Musikwissenschaftler und Leiter des Sarband Ensembles über 30 Jahre mit der musikalischen Verbindung zwischen Orient und Okzident gesammelt hat, ist uns eine Garantie für das hohe Niveau dieser Projekte.

Organisatorische Einzelheiten und Bedingungen für eine Teilnahme werden im April veröffentlicht.