....aus dem letzten Seminar in Schlitz März 2006 :

Gudrun S.

Besonders gut fand ich die Abwechslung zwischen praktischen Übungen (Bühnenpräsenz-Training, Selbstpräsentation, Aufnahme, Warm-up, Entspannungstechniken) und informativen Vorträgen zu bestimmten Themen (Übetechniken, Künstlermappenerstellung, Self-Management, Verletzungsprävention, Vertragsrecht?). Die praktischen Übungen waren nach meinem Eindruck am effektivsten, aber sie waren auch immer sehr zeitintensiv und meistens extrem anstrengend, so dass man danach immer wieder dankbar war, mal ?nur? zuhören zu können.

Für mich wurden die Erwartungen übertroffen. Meine Erwartungen ebenso wie meine Fragen waren zu Beginn des Seminars sehr diffus. Die oben beschriebene, etwas skeptische Haltung zuvor hat sich während des Seminars vollkommen verändert. Ich bin sowohl mit konkreten neuen Fragen als auch mit unglaublich vielen Ideen und neuer Inspiration sowie frischen Elan und Tatkraft für meine unmittelbare nächste berufliche Zukunft herausgegangen.

Anregend war das Seminar, weil ich eine große Menge von neuen Ideen für mich mitgenommen habe, die mich noch eine ganze Weile beschäftigen werden.

Han-Gyoel L.

Ich fand es sehr begrüssenswert solche Projekte wie Schlitz angeboten und gefördert zu bekommen, da ich schon immer der Ansicht war, dass sich die Musikhochschulen viel zu wenig um das (spätere) Berufsleben als Musiker und um dementsprechende Karriereberatungen kümmern.

Besonders gefallen hat mir die ernsthaft motivierte Haltung der Dozenten- das sprang über und man hatte das Gefühl, das sie wirklich helfen wollten-  nicht nur im Sinne von Wissen-in-Seminarform-Weitervermitteln, sondern das Inhaltliche auf eine ganz persönliche und menschliche Ebene brachten.

Anregend ist wohl das Stichwort- eine notwendige Teilnahme für jeden Musiker, der Probleme mit Praxisbezug hat. Da ich dazu neigte, mich sehr wenig um praktische Sachen zu kümmern, um meine ?Präsentation? in der Öffentlichkeit,  hat mir das Seminar in dieser Hinsicht wirklich einen ?Schub? gegeben.

Qualität allein setzt sich eben nicht mehr durch, das mag zwar desillusionierend sein, sollte man aber unbedingt als Realität begreifen. Und es wahr für mich persönlich ganz heilsam aus ?Traumwelten? auszubrechen.

Ein Seminar jenseits aller Illusionen, die man als Künstler zuweilen hegt. Eine Konfrontation mit der Aussenwelt, die voll von GVLs, GEMAs und Personen sind, die dich nach deinem Marktwert beurteilen. Agenturen, bei denen 99prozent von eingeschickten Bewerbungen im Müll landen.

Dinge, die man nicht ignorieren kann, solange man nicht in seinem Elfenbeinturm verhungern will. In diesem Sinne mein Gesinnungswandel: Was nützen erhabene Gedanken vom Künstlertum, wenn niemand davon weiss.

Meike A.

Eigentlich wäre dieses Seminar auch in einigen Punkten so notwendig, dass es auch im Vorlesungsverzeichnis der Hochschulen einen festen Platz finden sollte.

Iris P.

Eine ganz entscheidende Idee für mich persönlich, stellte sich eigentlich mehr durch Zufall heraus: Obwohl ?Nieschenfindung? und ?eigene Ziele setzten? vom Seminarplan nicht gefordert wurde, war es irgendwie ?inoffiziell? von Beginn an einer der Hauptschwerpunkte des Seminars. Sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen ist wohl für jeden leidig und wird von den meisten, wie auch von mir aus Bequemlichkeit umgangen. Dabei ist es aber unumgänglich sich in Ruhe und mit viel Zeit darüber Gedanken zu machen. Das Seminar bot dafür unerwartet den Raum und war mein persönlicher Gewinn.

Bernhard F.

Über mein Gefühl während des Auftretens, mein ?Bühnenbefinden? kann ich sagen, dass ich durchaus dazugelernt habe. Interessant war zu sehen, wie unterschiedlich das Auftreten jedes Teilnehmers wirkt und welche Probleme auch die anderen Künstler haben.  Indem ich eine Rückmeldung zu der Wirkung meines äußeren Auftretens erhielt und wir dies in der Gruppe durch gemeinsame Reflexion noch zu optimieren versuchten, wurde ich ermutigt, zunächst selbst neue Dinge beim Auftritt zu wagen und zu probieren, um danach zu dem Schluss zu kommen, dass das Wichtigste ist nicht ein Schauspiel aufzuführen, sich auf der Bühne hinter einer Künstler-Rolle zu verstecken, sondern authentisch zu sein.